Sollte ich mir Gedanken machen?

Eine Nacht Autodesk ADT 2007 mit Netzwerklizenzen hinterlassen ihre Spuren… geistige Umnachtung in Höchstform:

-bash: tranceroute: command not found

Jetzt ärgere ich mich noch eine Weile über den PHP safe_mode und dann werde ich mal Essen jagen gehen. Dann habe ich noch genau ein Wochenende, endlich ein Projekt fertig zu bekommen, um dann am Montag endlich richtig in der Uni durchzustarten.

Diese Woche war ja noch relativ langweilig. Eigentlich hat man uns überall nur erzählt, dass die Einklebelisten (Um sich für eine Veranstaltung verbindlich anzumelden, hat jeder Student einen Bogen mit seinen persönlichen barcode-Aufklebern, welche dann in spezielle Listen geklebt werden müssen…) noch nicht fertig seien. Na gut, A4-Seiten mit leeren Tabellen brauchen natürlich etwas länger.

Überhaupt ist es wie an der technischen Universität auch an der technischen Fachhochschule beeindruckend untechnisch. Streckenweise vorsintflutliche Strukturen erinnern eher an einen südkasachischen Gartenbaubetrieb, als an eine deutsche Vorzeigebildungseinrichtung. Kann man für die zentrale Erfassung von Kursen, Räumen und Noten nicht mal ein paar Diplomarbeiten im Fachbereich Informatik ausschreiben? Ich verstehe es nicht. Jeder Fachbereich erfindet sein eigenes Systemchen, keiner kann mit dem Anderen und die Studenten sammeln inzwischen 287634 Logins um an ihr Material heranzukommen. Der Einsatz der Learning-Plattform moodle war eine nette Idee, wird aber leider kaum benutzt. Vereinzelt meldet sich mal ein Dozent dazu an, wirft sporadisch ein Office97-Dokument in die Ablage und freut sich über die eigene Kompetenz. Eigentlich müßte sich mal jemand hinsetzen und für eine gesamte Hochschule Richtlinien für den Datenaustausch schaffen. Vielleicht ja auch auf Basis eines Formats, welches jeder lesen kann? Damit wären wir wieder bei den o.g. Diplomarbeiten.

Neuerdings gibt es eine Möglichkeit, die Stundenpläne fachbereichsübergreifend im Internet abzurufen, was ja schon mal vielversprechend klingt. Wahrscheinlich aber ist eine Hochschule ein dermaßen bürokratisch-komplexer Laden, dass man mit solchen Ideen mindestens 10 Jahre Vorlauf braucht. Kein Wunder also, dass sich niemand mal Gedanken darüber macht (machen will).

Was passiert eigentlich in den neuen Eliteuniversitäten? Schätzungsweise kommt da gleich nach dem Hausmeister der SAP-Consultant ins Gebäude und empfiehlt ein paar Module für ’ne halbe Million. Aber eigentlich könnte man das – zumindest Hochschulintern – doch mit ein paar Diplo… ach lassen wir das, meckern kann ja jeder!

Schon wieder 23°C draußen – woher kommen denn die ganzen alten Weiber? Naja, bald wird es wieder Schweinebärchen regnen und wir werden mit dem Fahrrad durch knöcheltiefen Schlamm ächzen. Autofahrer werden einem, vom Scheibenwischer abgelenkt, ständig die Vorfahrt nehmen, woraufhin wir auf schleimiger Straße beherzt in Richtung Kotflügel schlittern…

EDIT: Habe den obigen Text jetzt noch 5 Mal in meinem 10-Fingertippübungsprgramm abgeschrieben und ich kann es immer noch nicht. Außerdem ist der Text total blöd und ich werde sowieso nicht am Montag zur Uni gehen, denn wir haben ja alle frei! Nun erstmal ab ins Bett, bevor ich den ganzen Kram wieder lösche.

EDIT2: Nein, ich kann den Text nicht löschen, denn offensichtlich kann ich noch so viel ScheiXXe hier schreiben, und trotzdem einigen Mitbürgern direkt aus dem Herzen sprechen. Ein Blick in die Statistiken offenbart auf Platz 14 der verwendeten Suchbegriffe, warum ich mir das hier überhaupt ans Bein binde:

stat

*kopfschüttel*

Das Ende

… der Korsikaerlebnisreihe ist mitsamt den letzten 5 Folgen in meiner grenzenlosen Blogunlust untergegangen, was ich natürlich bedauere. Nicht Vorenthalten möchte ich Euch jedoch das Ende des ganzen Trauerspiels, welches u.U. beim Verständnis der kommenden Missetaten helfen könnte. Ein einzelnes Bild zeigt das Wesentliche des letzten Tages:

ende

Die Erde ist eine Scheibe

Seit heute weiß ich, dass ich bis jetzt total an mir selbst vorbeigelebt habe.

Ich spüre, wie ich morgens ins Bad gehe und tief in meinem Inneren irgendetwas die Dockingstation für meinen elektronischen Eierschaukler mit BlueRay-Slot vermisst. Die Hände werden sofort zittrig und der Informationsgehalt in meinem Gehirn scheint auf Null zu sein. Ich wanke in die Küche, wo ich sofort aufs Regal greife um kurz ein Video zu kucken. Nebenbei vermisse ich auch den Controller um dem Vieh da oben auf dem Schirm ein paar in die Fresse zu hauen, aber nichts regt sich. Ich überlege kurz, ob ich noch ein paar Tools kaufen sollte oder ob mir die Magic vielleicht ausgegangen ist?

Irgendwie ist der Morgen heute nicht so wie er sein sollte, weshalb ich mit eindringlicher Stimme auf meine 15″-Pinnwand einrede, um sie zur Neuabstimmung des Ambilights zu bewegen. Jetzt wird es mir aber zu bunt und will jemanden anrufen. Sehen will ich ihn auch. Egal wen. Mein Telefon hört nicht auf meine flehenden Worte und sehen kann ich auch nix. Scheißding. Und wie es klingt, grauenhaft. Ich lege mich wieder ins Bett und versuche nachzudenken.

Ist mein Laptop zu klein? 12″ sind vielleicht nicht mit dem heutigen Stand der Technik kompatibel? Woran sonst liegt es, dass ich keine Frauen, Geld und multiple Orgasmen in meine Wohnung fliegen sehe? Meine Anbindung zur Außenwelt ist zu schmalbandig und deshalb funktioniert das nicht! Jetzt fällt es mir auf. Ich bin Mitglied der neuen, desinformierten Schmalbandschicht, welche zu wenige Farben sieht und an denen das ganze Leben nur in verwaschenen Bildern mit viel zu langer Reaktionszeit und absolut megaschlechtem Grottenkontrast vorbeispeedet. Auf unseren Miniaturröhren erkennen wir nur einen Bruchteil der Realität und unsere Autos sind so unglaublich unkommunikativ, dass wir eigentlich kaum noch leben dürften.

Ich frage mich, wieso ich ohne Plasmafernseher und Playstation mit 12 Monitoren im Auto überhaupt durch meine triste Welt schleichen konnte? Ich schleiche, alle anderen rasen. Ich bin schwarz-grau, ringsherum ist alles 7-dimensional und milliardenfarbig. Plötzlich muß ich weinen. Jede Träne, die meinem geschundenen Urmenschenkörper entrollt, ist für einen von denen da draußen bestimmt, für jeden, der mit 40″-Schwanzverlängerung und Jamba-Abo hyperhochaufgelöst durchs Leben rennen muß – vollverkabelt und mit Flachbildschirmen behängt, online und mit RFID im Arsch. Ihr tut mir alle so Leid.

Die diesjährige IFA hat mir 2 Sachen gezeigt: Die Welt entwickelt sich zurück und wird wieder so flach wie vor 500 Jahren – nur viel teuerer, mit mehr Kontrast und mit genauso fanatischen Hintermännern. Multimediafundamentalisten! Zweitens: Nie wieder.

[EDIT: Ich bin mir darüber im Klaren, dass dieser Eintrag auf sie verstörend wirken könnte. Auf mich auch. Gehen Sie mal auf die IFA.]